Müll sammeln in Finnland

In der Nähe des Sommerhauses, in dem ich am liebsten meine Sommerferien verbringe, gibt es eine wunderschöne Halbinsel. Die Insel ist ziemlich naturbelassen und ist ein idealer Rastplatz für alle Wasserwanderer. Früher verkehrten am Saimaa See in Finnland alte Dampfschiffe als Verkehrsmittel. An der Halbinsel haben die Schiffe gehalten, obwohl es dort kein Dorf gibt. Die Stelle lud einfach für ein kurzes Picknick ein. Im Wasser sind heute noch die Holzfundamente eines alten Anlegestegs zu erkennen.

Einer der Gründe warum ich Finnland so liebe ist das Leben in der Natur. Überall gibt es schöne Rastplätze für Wanderer oder Kanuten. Und das beste ist, dass die offiziellen Plätze sehr gut in Schuss gehalten werden und auch die inoffiziellen Plätze wenig vermüllt sind.

Dennoch geht auch in Finnland manches über Bord und auch hier gibt es Idioten, die Ihren Müll in der Natur entsorgen. Nachdem ich schon an der Würm Müll gesammelt habe, nutze ich den trüben Urlaubstag auch die schöne Halbinsel vom Müll zu befreien.

Ergebnis der Sammelaktion von vielleicht einer guten halben Stunde war ein Rand voller grosser Müllsack. Die grosse Menge hat mich erstaunt. Allerdings hat sich der Grossteil an zwei Stellen gefunden. Ein grosses Styroporteil in schwarze Folie gewickelt hat den Sack zur Hälfte gefüllt. Besonders ärgerlich war der Beginn einer kleinen Müllkippe. Dort haben sich mehrere leere Plastikflaschen, ein grosser Kanister und mehrere Kleinteile gefunden.

Geärgert haben mich an einem Lagerplatz zwei volle Babywindeln. Ich finde es toll wenn Eltern mit Baby die Natur geniessen, aber warum kann man seinen Müll nicht wieder mitnehmen? Ich habe auch mit zwei Babys die Natur erkundet und habe keine vollen Windeln hinterlassen. Auch die schönen Papiertaschentücher, die die Toilettenstellen anzeigen, müssen nicht sein. Man kann sein Geschäft doch so einfach vergraben oder zumindest gut abdecken.

Der restliche Müll war unspektakulär. Das meiste ist wahrscheinlich versehentlich über Bord gegangen (z.B. ein Kinderschuh und zwei verschiedene Handschuhe). Insgesamt waren drei Getränkedosen dabei; Tee- oder Kaffeetrinker sind aber auch nicht vernünftiger, denn es haben sich zwei Coffee-to-go Pappbecher im Strandgut gefunden.

Allerdings habe ich auch erfreulichere Sachen gefunden. Am Weg haben immer wieder Pfifferlinge aus dem feuchten Waldboden hervor gespitzt.

Mit Dank an meine Tochter für die tolle Fotoarbeit!

 

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